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1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Vortrag: Synagogen im Landkreis Bad Kissingen – neue Forschungsergebnisse

Do. 20 Mai, 2021 19:30

Vortrag von Cornelia Berger-Dittscheid

Unterfranken wies die größte Dichte jüdischer Besiedelung im heutigen Bayern auf. Steinerne Zeugen dieses blühenden jüdischen Lebens waren zahlreiche Synagogen, die im Gefolge der NS-Diktatur zerstört oder zweckentfremdet wurden. Wenige vorbildlich restaurierte und museal hergerichtete Synagogen vermitteln uns heute einen Eindruck von einstiger jüdischer Religionsausübung. An ausgewählten Beispielen aus dem Landkreis Bad Kissingen zeigt die Architektin und Kunsthistorikerin Cornelia Berger-Dittscheid die Entwicklung der Synagogenarchitektur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert auf und stellt dabei neueste Erkenntnisse vor, die sie als Mitarbeiterin am Synagogen-Gedenkband Bayern gewonnen hat.

 

1700 Jahr jüdisches Leben in Deutschland - Vortrag: „Hier liegt geborgen…“ Die Erfassung jüdischer Grabmäler in Bayern: Ziele – Methoden – aktueller Stand

Do. 8 Jul, 2021 19:00

Vortrag von Susanne Klemm M.A., Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

In Bayern gibt es heute 124 historische, in die Denkmalliste eingetragene jüdische Friedhöfe mit ca. 80.000 Grabsteinen und weitaus mehr Bestattungen. In ländlichen Orten, so auch in Pfaffenhausen bei Hammelburg, sind große Verbandsfriedhöfe zu finden, die von mehreren Gemeinden als zentrale Begräbnisstätten genutzt wurden. Ihre Gründung reicht oft in das 15. und 16. Jahrhundert zurück. Die Grabstätten und Grabsteine gehören den Verstorbenen auf ewig, daher werden jüdische Grabstätten niemals aufgelassen.

Mit der Auslöschung der israelitischen Gemeinden in der Zeit des Nationalsozialismus waren die Friedhöfe verwaist. Die Grabsteine in den Friedhöfen sind durch fortschreitende Verwitterung, die mit einem Verlust der Grabinschriften einhergeht, stark gefährdet. Eine Dokumentation der 80.000 Grabmale in Bayern ist daher dringend geboten.

Susanne Klemm, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt „Erfassung jüdischer Grabmäler in Bayern“, stellt Ziele und Methoden des zunächst auf drei Jahre festgelegten Projektes „Erfassung jüdischer Grabmäler in Bayern“ vor. Für einige jüdische Friedhöfe liegen bereits qualifizierte Daten vor, die im Rahmen von Forschungen, aber auch durch zahlreiche ehrenamtliche Initiativen erarbeitet wurden.