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am Mittwoch, 26. April um 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek, Kellereischloss, Kirchgasse 4

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Zeitzeugen erzählen Geschichten
Zuhören - Erinnern - Erzählen
Moderation: Ernst Stross

Bei uns sprechen noch viele Menschen so, „wie ihnen der Schnabel gewachsen ist“, in ihrer eigentlichen Muttersprache, dem Dialekt. Das Hochdeutsche lernen die meisten erst in der Schule. Zugereiste haben es aber anfangs schon schwer. In der Schule wird die hochdeutsche Einheitssprache vermittelt. Dialekt gilt inzwischen bei vielen als Kommunikationshindernis. So ist die Mundart immer weiter auf dem Rückzug.
Aber eine Mundart ist kein verdorbenes Hochdeutsch. Sie war lange vor dem Hochdeutschen da. In der Mundart spiegeln sich historische und regionale Besonderheiten. Der Dialekt schafft einen besonderen Bezug zum eigenen Dorf und zu den Menschen, die darin leben.

„Gab Owachd, dass de die Boudestieche nied zinnerschdöuberschd noh fällst!“
Man kann es eigentlich gar nicht aufschreiben – man muss es hören! Bei Erlebt & Erzählt am Mittwoch, 26.4.17 um 19.00 hat Moderator Ernst Stross Gäste aus Hammelburg und zunächst drei Ortsteilen eingeladen, um die verschiedenen Mundartversionen darzustellen. Mit dabei sind Brigitte Keidel und Franz Becker aus Hammelburg, Renate Kröckel und Erika Hengstermann aus Westheim, Alois Keul aus Gauaschach, Norbert Schneider und Markus Nöth aus Obererthal.
Wie heißt das in Hammelburch? Oder in Öuwerirdl und Waaste? Die sprachlichen Unterschiede zwischen Hammelburg und den einzelnen Ortsteilen sind oft erstaunlich groß. So plant Ernst Stross noch einen zweiten Teil mit Mundartsprechern aus den weiteren Ortsteilen.

Der Dialekt hat sich im Laufe der Zeit allerdings sehr verändert, auch weil die Dörfer nicht mehr als abgeschlossene Einheit existieren. Oft bleibt nur noch eine sprachliche Färbung übrig. Aber es geht auch um die sprachlich eigene Grammatik („Ich konns gemach") oder um Wörter, die es sonst nirgends gibt. Was ist z.B. denn ein „Doochenöchtle“?

Die Veranstaltungsreihe Erlebt & Erzählt der Stadtbibliothek will Erinnerungen bewahren und weitergeben – und auch für die Mundart gilt: nur wer sie kennt, kann sie bewahren – und vielleicht können ja junge Menschen wieder mehr dafür begeistert werden.

Beim Thema müssen diesmal wahrscheinlich viele der Zuhörer ganz genau die Ohren spitzen. Mit einem Schoppen Wein kann man sicher den Knoten in der Zunge wieder lösen, den der ein oder andere nach diesem Abend haben wird.


Der Eintritt zum Erzählschoppen ist frei.